Kurz gesagt: Die Frage ist selten „Welche Programmiersprache?“, sondern „Welcher Weg?“ – nativ, plattformübergreifend oder als Web-App. Jeder Weg hat eine kleine Zahl bewährter Technologien, und die Wahl entscheidet über Kosten, Tempo und die Möglichkeiten Ihrer App. Dieser Artikel erklärt die drei Wege, wann welcher passt und was bei Spielen und 3D anders ist.

Drei Wege zu einer App

WegTechnologienPasst, wenn …
Nativ Swift/SwiftUI (iOS), Kotlin/Jetpack Compose (Android) … Sie maximale Plattformnähe brauchen: Wearables, Sensoren, Kamera-Pipelines, aufwendige Animationen, oder nur eine Plattform bedienen.
Plattformübergreifend Flutter (Dart), React Native (TypeScript), Kotlin Multiplatform … Sie iOS und Android mit einem Budget bedienen wollen und typische App-Funktionen brauchen.
Web-App TypeScript mit React, Vue, Svelte oder Astro; als PWA installierbar … die Anwendung ohne Store und auf jedem Gerät laufen soll, oder ein interner Prozess digitalisiert wird.

Native Entwicklung: Swift und Kotlin

Native Apps werden mit den Werkzeugen des jeweiligen Plattformherstellers gebaut: Swift mit dem Oberflächen-Framework SwiftUI für iPhone, iPad und Apple Watch; Kotlin mit Jetpack Compose für Android und Wear OS. Objective-C und Java spielen nur noch bei der Pflege älterer Apps eine Rolle.

Vorteile: beste Performance, sofortiger Zugriff auf neue Systemfunktionen, das „echte“ Look-and-Feel der Plattform, geringstes Risiko bei Hardware-naher Arbeit. Nachteile: Für zwei Plattformen entstehen zwei Codebasen – große Teile des Aufwands verdoppeln sich, und jede Änderung muss zweimal gebaut und getestet werden. Branchenübersichten beziffern die Ersparnis einer plattformübergreifenden App gegenüber zwei nativen Apps mit 30–60 % – deshalb bieten wir Store-Apps für iOS und Android als eine Codebasis an (Store-App (iOS + Android): 4.000–12.000 € netto (4.760–14.280 € inkl. 19 % USt.)).

Plattformübergreifend: Flutter und React Native

Flutter (von Google, Sprache Dart) zeichnet die Oberfläche selbst und liefert deshalb auf beiden Plattformen exakt dasselbe Ergebnis – gut für eigene Designs und Animationen. React Native (Sprache TypeScript) nutzt native Bedienelemente und ist für Teams mit Web-Erfahrung naheliegend; mit dem Framework Expo lässt sich vieles wie im Web bauen und verteilen. Kotlin Multiplatform teilt Geschäftslogik zwischen den Plattformen, während die Oberflächen nativ bleiben – ein Mittelweg für Teams, die schon Kotlin nutzen.

Vorteile: eine Codebasis, ein Team, ein Test – deutlich geringere Kosten und schnellere Releases. Für die große Mehrheit der Geschäfts-Apps (Formulare, Listen, Karten, Chat, Push, Zahlungen) ist das heute der Standard. Nachteile: Neue Systemfunktionen kommen mit Verzögerung; sehr Hardware-nahe Aufgaben brauchen native Module; die App-Größe ist etwas höher.

Web-Apps und PWAs

Eine Web-App läuft im Browser, braucht keinen Store und ist auf jedem Gerät sofort aktuell. Als Progressive Web App (PWA) lässt sie sich auf dem Startbildschirm installieren, funktioniert eingeschränkt offline und kann auf iOS und Android Push-Benachrichtigungen senden. Technisch entsteht sie mit TypeScript und einem Framework wie React, Vue oder Svelte; Inhaltsseiten bauen wir mit Astro, weil sie damit besonders schnell laden.

Vorteile: geringere Kosten (unser Paket App Start beginnt bei 1.000 € netto (1.190 € inkl. 19 % USt.)), kein Store-Review, eine Version für alle, ideal für MVPs, Portale und interne Werkzeuge. Nachteile: Kein Eintrag im App Store, begrenzter Zugriff auf Gerätefunktionen, auf iOS einige Einschränkungen bei Offline-Speicher und Benachrichtigungen. Für Spiele mit hohem Grafikanspruch meist ungeeignet.

Spiele und 3D: Unity, Unreal und WebGL

Spiele und 3D-Anwendungen folgen eigenen Regeln. Unity (Sprache C#) ist die verbreitetste Wahl für Mobile- und Indie-Spiele, AR-Anwendungen und Konfiguratoren – große Community, Export für iOS, Android, PC, Konsolen und WebGL. Unreal Engine (C++ und visuelle Blueprints) glänzt bei fotorealistischer Grafik, etwa für Architektur-Visualisierung oder PC-Spiele, ist auf Mobilgeräten aber schwerer. Für 3D im Browser – Produktansichten, kleine Konfiguratoren – reicht oft three.js oder ein darauf aufbauendes Framework.

Bei Appdevelz entstehen Spielmechanik, 3D-Modelle (Blender, KI-Generatoren) und Oberfläche aus einer Hand; ein spielbarer Spiel-Prototyp beginnt bei 2.500 € netto (2.975 € inkl. 19 % USt.) – Details unter Spiel entwickeln lassen.

Nicht vergessen: das Backend

Fast jede App braucht einen Server: für Nutzerkonten, Daten, Benachrichtigungen, Zahlungen. Dafür setzen wir je nach Projekt Node.js mit TypeScript, PHP bei bestehenden Systemen oder fertige Plattformen wie Supabase und Firebase ein, die Datenbank, Login und Dateispeicher mitbringen. Gehostet wird meist bei Cloudflare, Vercel oder einem europäischen Anbieter – auf Konten, die Ihnen gehören.

Entscheidungshilfe in fünf Fragen

  1. Brauchen Sie einen Store-Eintrag? Nein → Web-App prüfen. Ja → weiter.
  2. Beide Plattformen? Ja → plattformübergreifend, außer Frage 3 spricht dagegen.
  3. Hardware-nahe Funktionen? Wearables, Sensor-Pipelines, aufwendige Kamera- oder Audio-Verarbeitung → nativ (oder native Module).
  4. Grafik-intensiv oder Spiel? → Unity, bei Fotorealismus Unreal.
  5. Gibt es ein bestehendes Team oder System? Nutzen Sie, was schon da ist – Technologie-Wechsel kosten.

Fazit

Für die meisten Vorhaben gilt: Web-App für den schnellsten Start, Flutter oder React Native für eine Store-App auf beiden Plattformen, nativ nur mit konkretem Grund, Unity für Spiele und 3D. Welche Wahl für Ihr Projekt richtig ist, steht im Konzept zu Ihrer Anfrage – mit Gründen, die Sie auch einem Dritten erläutern können.

Überarbeitete Fassung unseres Artikels „Wahl der Programmiersprache“ von 2023. Erstveröffentlichung der überarbeiteten Fassung: 19. September 2026.